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Tirol

Bergbau in Tirol

Welterbe, Gruben und Handwerk — was tausend Jahre Erz aus der Region gemacht haben.

Bergbau & Welterbe

Bergbau & Geschichte: lohnende Stopps für Regentage

Hochalpine Straße mit Schneefeldern an der Kaunertaler Gletscherstraße
Die Kaunertaler Gletscherstraße führt bis auf 2.750 Meter
Alte Festungsanlage an der Straße zum Reschenpass
Alte Festungsanlage an der Straße zum Reschenpass

Tirol hatte seine erste Hochkonjunktur lange vor dem Tourismus: Im Inntal lag um 1500 das Silber, das halb Europa finanzierte. Genau das macht die Region zur Rückfallebene, wenn die Pässe in den Wolken hängen. Während Timmelsjoch, Hahntennjoch und Co. im Regen keinen Spaß machen, liegt unter Tage konstant trockenes Wetter bei zwölf Grad. Drei Stopps lohnen sich, alle im Inntal an der A12 und damit auch bei Dauerregen ohne Passüberquerung erreichbar.

Schwazer Silberbergwerk – „Mutter aller Bergwerke"

Schwaz war im Spätmittelalter das bedeutendste Bergbauzentrum Mitteleuropas. Um 1500 lebten hier über 12.000 Menschen – nach Wien die zweitgrößte Siedlung im Habsburgerreich. 1554 schufteten an Spitzentagen mehr als 7.000 Knappen in den Stollen. Das Schwazer Silber finanzierte Kaiserwahlen und Kriege, abgebaut wurde es unter anderem mit Kapital der Augsburger Fugger. Das Stollennetz im Revier umfasst rund 500 Kilometer.

Für die Besichtigung geht es über den Sigmund-Erbstollen ins Berginnere: Die ersten 800 Meter legt man sitzend in der Grubenbahn zurück, danach folgt der Rundgang zu Fuß. Eine klassische Führung dauert etwa 90 Minuten. Im Berg herrschen ganzjährig konstante zwölf Grad bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit – warme Jacke und feste Schuhe sind Pflicht, egal wie heiß es draußen ist. Geöffnet ist das Schaubergwerk ganzjährig täglich; in der Hauptsaison starten die Touren im engen Takt, in der Nebensaison seltener. Damit trägt Schwaz einen kompletten Regentag: Anfahrt direkt an der A12, Ausstellung und Stollen unter Dach.

Münze Hall in der Burg Hasegg

Rund 15 Kilometer westlich, in Hall in Tirol, steht die zweite Hälfte der Geschichte: Wo das Schwazer Silber zu Geld wurde. In Hall prägte man 1486 erstmals den Guldiner – den ersten großen Silbertaler, aus dem sich über die Jahrhunderte der Begriff „Dollar" ableitete. Erzherzog Ferdinand II. verlegte die Münzstätte 1567 in die Burg Hasegg, hier kam erstmals die mechanische Walzenprägung zum Einsatz. Zwischen 1748 und 1768 entstand hier millionenfach der Maria-Theresien-Taler, der weltweit als Handelsmünze zirkulierte. 1809 endete die Prägung, heute ist die Anlage Museum.

Das Münz-Erlebnismuseum zeigt historische Prägemaschinen und die Stadtarchäologie Halls. Wer Höhe verträgt, steigt über 186 Stufen auf den zwölfeckigen Münzerturm – oben warten der weltgrößte Silbertaler und der Blick über die mittelalterliche Altstadt, das Inntal und das Karwendel. Geöffnet ist in der Saison Dienstag bis Sonntag, montags ist Ruhetag. Burg, Museum und Turm sind wettergeschützt – ein voller Halbtag, der sich mit einem Bummel durch die gut erhaltene Haller Altstadt verbinden lässt.

Knappenwelt Gurgltal in Tarrenz

Wer ohnehin Richtung Imst und Hahntennjoch unterwegs ist, findet in Tarrenz im Gurgltal eine dritte Option. Die Knappenwelt ist ein Bergbau-Freilichtmuseum zum früheren Bleiabbau der Region: neun originalgetreu nachgebaute Gebäude und Erzaufbereitungsanlagen vom Bergschmied über Pochwerk bis zum Knappenhaus, dazu das archäologische Museum „Die Heilerin vom Gurgltal". Wichtig für die Planung: Anders als Schwaz und Hall ist die Knappenwelt nur saisonal von Mai bis Oktober geöffnet, montags Ruhetag – und als Freilichtanlage nur eingeschränkt regentauglich. Als Schlechtwetter-Vollkasko-Stopp eignet sie sich daher weniger als Schwaz, als Programmpunkt einer Gurgltal-Runde aber gut.

Praktisch für die Tagesplanung

  • Stollenklima: In Schwaz konstant zwölf Grad bei hoher Luftfeuchte – eine wind- und regendichte Jacke gehört bei jeder Bergwerks-Tour ins Gepäck.
  • Wetterunabhängig: Schwazer Silberbergwerk und Münze Hall sind komplett überdacht und ganzjährig bzw. saisonübergreifend offen – die sichersten Stopps bei Dauerregen.
  • Saison beachten: Die Knappenwelt Gurgltal hat nur von Mai bis Oktober geöffnet, montags ist Ruhetag.
  • Kombi-Tipp: Schwaz (Silberabbau) und Hall (Prägung) erzählen zusammen die ganze Geschichte und liegen nur rund 15 Kilometer auseinander – ein voller Tag für die Pause vom Sattel.

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